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Mit dem Linienbus ins Jenseits

Fantastische Särge aus Ghana

In Ghana hat sich seit den 1950er Jahren eine weltweit einmalige Begräbniskultur entwickelt. Der Brauch, verstorbene Angehörige für die Reise in die jenseitige Welt in figurativen Särgen zu Grabe zu tragen, ist einzigartig. Meist hat die Form der Stärge etwas mit dem Diesseits zu tun: Sie erinnert an das gelebte Leben, die Persönlichkeit und das berufliche Leben der oder des Verstorbenen. Eine Kakaofrucht, eine Zwiebel oder Paprikaschote sind bei Farmern und Gemüsehändlern sehr beliebt; ein ebenso begehrtes Motvi für die „Letzte Reise“ ist das so genannte Tro-tro, eine Art Sammeltaxi. Den Kundenwünschen sind keine Grenzen gesetzt und auch die ausgefallensten Ideen werden von den Holz-Künstler angefertigt. Der Brauch, Verstobene in kunstvoll und präzise gearbeiteten Früchten, Autos, Flaschen, Tieren etc. zu bestatten, ist mittlerweile im Süden von Ghana ein fester Bestandteil üppiger Feste und aufwendiger Beerdigungsrituale. Die buntlackierten Särge bilden hierbei den visuellen Höhepunkt.

Die Ausstellung präsentiert in einer Sonderausstellung die großügige Schenkung, die dem Museum für Sepulkralkultur im Dezember 2018 übergeben wurde.